„Ihr werdet das sehen und euer Herz wird jubeln; eure Knochen werden sprossen wie frisches Grün.“ (Jes 66,14)
Reliquien in der spätmittelalterlichen Frömmigkeit.
Unter diesem Titel wird Prof. Dr. Norbert Köster vom Seminar für Historische Theologie und ihre Didaktik der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster
am Donnerstag, den 26. März 2026
um 19.00 Uhr im St. Viktor Dom einen Vortag zu den Reliquienkästen halten.
"Es ist aus heutiger Perspektive schwer zu verstehen, dass die Kanoniker des Stiftes Reliquienkästen aufstellten, auf die sie beim Chorgebet ständig schauten. Für die Menschen des Spätmittelalters war das aber sehr schlüssig. Ihr Leben war ständig bedroht von bösen Geistern und Dämonen, die nicht nur zur Sünde verführten, sondern auch Krankheiten und Tod brachten. Viele Menschen versuchten es gegen die Geister mit Magie. Sicher helfen konnten aber nur die guten Geister des Himmels, die Heiligen. Während die bösen Geister immer unsichtbar blieben, konnte man die Heiligen sehen, ihre Knochen waren ja noch da. Das Schauen der Reliquien spendete den Menschen des Spätmittelalters Trost und Zuversicht. Denn für sie war klar: Man wird das, was man schaut.
Der Vortrag will diese Hintergründe der spätmittelalterlichen Frömmigkeit erläutern und nach einem Verständnis der Reliquienkästen heute fragen." (N. Köster)
Herzliche Einladung!


